Die Trauerfeier

Vor der Trauerfeier können Sie ...

  • den Verstorbenen offen aufbahren lassen. 
    Offene Aufbahrungen haben oft einen beruhigenden Charakter. Es kann hilfreich sein, dem Verstorbenen ins Gesicht zu blicken, ihn zu berühren, mit ihm zu reden, seinen Frieden zu spüren. Es macht den Tod begreifbar und kann helfen, ihn anzunehmen.
  • etwas mitgeben.
    Bilder, Briefe oder sonstige Gegenstände, die in Ihrer Beziehung Bedeutung haben, oder die dem Verstorbenen wichtig waren, mit in den Sarg legen oder legen lassen.
    Es kann eine liebevolle letzte Geste sein, die den Tod auch noch ein Stück mehr bewusst macht.
  • zur Besprechung für die Trauerrede Freunde und andere Verwandte einladen.
    Freunde haben manchmal einen ganz anderen Blick auf den Verstorbenen. Das kann oft sehr hilfreich sein. Denn jeder hat seine eigene Beziehung mit ihm und das gemeinsame Gespräch kann manchmal sogar Familien zusammen bringen und Wunden heilen.
  • ein Kondolenzbuch auslegen.
    in das die Trauergäste ihre Namen oder persönliche Gedanken schreiben können.
  • die Musikauswahl zur Trauerfeier treffen.
    Grundsätzlich hilft es vielleicht zwischen Trauermusik und Erinnerungsmusik zu unterscheiden. Erinnerungsmusik ist Musik, die Sie ganz persönlich mit dem Verstorbenen verbinden. Das kann sein Lieblingsstück sein oder ein Lied, dass er immer wieder gesungen hat. Nicht immer eignet sie sich für den Anfang der Trauerfeier, da es manchmal einer Erklärung bedarf.
    Trauermusik ist Musik, die entweder speziell für Trauerfeiern geschrieben wurde, oder die durch die Jahre dazu wurde. Die Air von Bach oder das Largo aus Händel Oper Xerxes sind gute Beispiele dafür. Sie werden häufig an Trauerfeiern gespielt.
    Bei der Auswahl und Anordnung der Reihenfolge ist es hilfreich, wenn das erste Lied nicht länger als drei Minuten ist und das letzte Stück nicht zu dunkel und tragend aber auch nicht zu schnell ist.

Nehmen Sie sich Zeit, um in Ruhe nachzudenken und ganz bewusste Entscheidungen zu treffen – Entscheidungen, die Ihnen helfen, gut Abschied zu nehmen. Entscheidungen, mit denen Sie in zehn Jahren auch noch gut leben können. 


Die Zeit zwischen Tod und Bestattung mit Ihnen zu gestalten, ist unser Anliegen. 

Es sind kostbare und wichtige Tage. Tage, in denen sich alles um den Verstorbenen dreht. Tage, die genutzt werden wollen. Es gibt nicht nur Organisatorischen zu klären, sondern auch wichtige gestalterische Elemente zu besprechen.


Lassen Sie sich Zeit. Hören Sie in sich hinein. Fragen Sie sich, was Ihnen vielleicht gut tun könnte.

Während der Trauerfeier können Sie ...

  • ein Bild des Verstorbenen oder eine Kollage mit Bildern in der Kapelle oder am Eingang aufstellen.
  • den Verstorbenen mit seinen Interessen und Hobbys darstellen
    (Bilder, Gedichte, Modellflugzeuge oder andere wichtige Gegenstände bei der Trauerfeier ausstellen).
  • die Trauerfeier sollte immer einen Leiter haben, der die Trauerrede hält und nicht emotional betroffen ist.
  • Musik auswählen, die dem Verstorbenen entspricht. Sie sind nicht an die traditionellen Orgelstücke gebunden. Auch können Stücke von CD gespielt werden. Sehr schön sind auch Instrumentalsolisten oder ein Sänger/Sängerin.
    Bei der Musikauswahl ist es hilfreich, wenn das erste Musikstück eher etwas traditionell ist; das schafft Sicherheit.
  • verschiedene Gebete oder Elemente der Stille in die Trauerfeier mit einbauen (Stilles Gebet, Gedenkminute, das Vaterunser gemeinsam sprechen oder nur von einer Person beten lassen).
  • einen oder mehrere Texte lesen lassen.
    (Das können Texte aus der Bibel sein, Gedichte oder auch andere Texte, die für den Verstorben oder Ihre Beziehung zu ihm wichtig waren. Eine besondere Bedeutung haben häufig Tauftexte, die den Menschen durchs Leben begleitet haben).
  • jedem Trauergast eine Kerze geben, die er anzündet und vor den Sarg stellt.
  • jeden Trauergast eine Blume vor oder auf den Sarg legen lassen.
  • jedem Trauergast am Ende der Feier eine Rose mitgeben, als Symbol für Liebe, Schönheit, Schmerz und Vergänglichkeit.
  • während der Musik oder zum Abschied einander an den Händen fassen.
  • Erde, Blumen, Briefe, Fotographien nach dem Versenken des Sarges zum Abschied mit ins Grab geben.

Kleine Gesten an der Feier helfen Menschen, sich gut an wertvolle Momente zu erinnern.






Nach der Trauerfeier können Sie ...

  • gemeinsam Essen oder Kaffee trinken gehen, Geschichten aus dem Leben des Verstorbenen erzählen und Fotoalben ansehen. Das gemeinsame Essen, aber auch die gemeinsamen Erinnerungen und Geschichten sind eine Stärkung für die kommenden Tage.
  • beim Essen die Gäste bitten besondere Erinnerungen in ein Buch einzutragen.
  • gemeinsam spazieren gehen.
  • ein Gemälde von dem Verstorbenen anfertigen lassen.
  • am Jahrestag eine kleine Gedenkfeier halten.
  • immer wieder bewusst Trauermomente in den Alltag einbauen.
    (gemeinsam Kerzen anzünden, Gedichte lesen, Bilder ansehen).